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NFSS |
geschrieben von: Admin am Freitag, 04. November 2005, 15:43 Uhr
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Das FNSS ist ein Kompetenznetzwerk. Ziel der Gründung ist es, eine international wettbewerbsfähige und beachtete Forschungs- und Lehreinrichtung zu schaffen, welche die großen aber zersplitterten wissenschaftlichen und praktischen Kompetenzen in Finanzfragen in der Region vernetzt und für Dritte zugänglich macht.
PräambelDie Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft erfordern neue Formen interdependenten Arbeitens. Vernetzung und Kooperation von Praxis und Wissenschaft gelten als elementare Voraussetzungen, um
- hohe Leistungsstandards in der universitären Forschung zu erzielen und
- Regionen im Wettbewerb um Innovation und Fortschritt voranzubringen
Welche Bedeutung derartige Kooperationen heute haben, zeigen die bereits existierenden Forschungsnetzwerke, Forschungsinstitute und Kompetenzzentren, die in der Vergangenheit von namhaften Universitäten in Zusammenarbeit mit der Praxis gegründet wurden.
In Sachsen gibt es bedingt durch die Historie, die geographische Lage und einer Unternehmensstruktur, die von eher kleineren Unternehmen dominiert wird, einen dynamischen Wirtschaftsraum mit einer großen Zahl schwieriger finanzwirtschaftlicher Probleme. Es gibt vier Universitäten mit jeweils mehreren Professuren, die sich mit unterschiedlichen finanzwirtschaftlichen, finanzmathematischen, bankbetrieblichen, bankrechtlichen sowie IT-bezogenen Fragestellungen beschäftigen. Dazu kommen Fachhochschulen und Forschungsinstitute.
Dieses breite Leistungspotential soll durch eine effiziente Vernetzung der einzelnen Forschungseinheiten untereinander und mit der Praxis leistungsfähiger gemacht werden. Es soll ein international wettbewerbsfähiger und anerkannter „Leistungsknotenpunkt“ für Finanzmarktfragen entstehen.
MaßnahmeEs wird deshalb vorgeschlagen, ein Kompetenznetzwerk zu errichten. Ziel der Gründung ist es, eine international wettbewerbsfähige und beachtete Forschungs- und Lehreinrichtung zu schaffen, welche die großen aber zersplitterten wissenschaftlichen und praktischen Kompetenzen in Finanzfragen in der Region Sachsen in Partnerschaft mit Sachsen-Anhalt, Thüringen und ggf. Brandenburg bündelt, vernetzt und für Dritte zugänglich macht.
Es hat die Aufgabe, als zentrale Institution die Vernetzung, Kooperation und Koordination der Bearbeitung finanzwirtschaftlicher Fragestellungen in Sachsen zu fördern. Die Bündelung von Expertenwissen, der schnellere Transfer forschungsrelevanter Fragestellungen von der Praxis in die Wissenschaft, der langfristige Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit interessierten Unternehmen, das erleichterte Einwerben von Drittmittelprojekten und die wissenschaftliche Bearbeitung von Fragestellungen mit regionalem Themenbezug, der höhere nationale und internationale Bekanntheitsgrad finanzwirtschaftlicher Forschung im „Leistungsknoten Sachsen“, d.h. die „Sichtbarkeit“ Sachsens können als Synergieeffekte einer koordinierten Forschung in der vorgesehenen Organisationsform benannt werden.
Beteiligte InstitutionenSachsen hat in den letzten Jahren eine vielfältige Wissenschaftslandschaft aufgebaut, welche die Gründung eines breit angelegten, fast jedes moderne Forschungsgebiet umfassenden Instituts erlaubt. Das Kompetenzzentrum bündelt das Know How der Forschungseinrichtungen. Dazu gehören (nicht abschließend):
Themen/Professoren, Uni, Fakultät, Lehrstuhl/Professur
Quantitative Verfahren
Prof. Dr. Stefan Huschens, Technische Universität Dresden, Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Quantitative Verfahren, insb. Statistik
Finanzdienstleistungen und Derivate
Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge, Technische Universität Dresden, Wirtschaftswissenschaften, Finanzwirtschaft und Finanzdienstleistungen
Kreditgeschäft
Prof. Dr. Karl Lohmann, TU Bergakademie Freiberg, Wirtschaftswissenschaften, Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre
Rohstoff- und Energiewirtschaft
PD Dr. Klaus Schäfer, TU Bergakademie Freiberg, Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für ABWL, insb. Investition und Finanzierung, Rohstoff- und Energiewirtschaft
Finanzdienstleistung und Banksteuerung
Dr. Ursula Walther, TU Bergakademie Freiberg, Wirtschaftswissenschaften, Juniorprofessur Finanzdienstleistungsmanagement
Immobilienmanagement
Prof. Dr. Wolfgang Pelzl, Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaften, Institut für Immobilienmanagement
Corporate Finance
Prof. Dr. Frank Schuhmacher, Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaften, Professur für Betriebswirtschaftslehre, insb. Finanzierung und Investition
Commercial Banking
Prof. Dr. Jürgen Singer, Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Bankwesen
Investment Banking
Prof. Dr. Friedrich Thießen, Technische Universität Chemnitz, Wirtschaftswissenschaften, Professur für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre
Finanzmarktstochastik
Prof. Dr. Bernd Hofmann, Technische Universität Chemnitz, Mathematik, Professur für Analysis - Inverse Probleme
Klassische Finanzmathematik
Prof. Dr. Bernd Luderer, Technische Universität Chemnitz, Mathematik, Professur für Wirtschaftsmathematik
In Leipzig findet man einen der wenigen Lehrstühle, die Extremwertmathematik zur Risikosteuerung an Finanzmärkten nutzen. In Freiberg findet sich eine deutschlandweit einzigartige Kombination von Kenntnissen industrieller Rohstoffwirtschaft und finanzmarktorientierter Commodity-Forschung. Dresden hat sich zu einem Zentrum für Derivate und Finanzdienstleistungen sowie Fragen rechtlicher und volkswirtschaftlicher Art entwickelt. An der Universität in Chemnitz entstand der erste Studiengang im Investment Banking in Deutschland. Der ebenfalls an dieser Universität angesiedelte Masterstudiengang zum Wissensmanagement wird in Kooperation mit einer japanischen Universität angeboten.
Die Gründung eines breit angelegten, fast jedes moderne Forschungsgebiet umfassenden Instituts wird durch diese Vielfalt zum einen ermöglicht. Zum anderen macht die Vielfalt die Gründung eines Kompetenzzentrums auch notwendig, um durch vernetzte Strukturen eine weitere Leistungssteigerung zu erreichen.
OrganisationEine der klassischen Formen kooperativen Arbeitens ist das „An-Institut“, welches organisatorisch mit einem oder zwei Lehrstühlen verknüpft ist und von einer praxisnahen Einrichtung finanziert wird. Diese klassische Form stößt heute zunehmend an Grenzen, da die Problemstellungen in zunehmendem Maße fachgebietsübergreifender Natur sind, die vernetzte Strukturen erforderlich machen.
- Das früher geplante Kompetenzzentrum ist deshalb letztlich als Netzwerk konzipiert worden.
- Rein rechtlich sind ein Verein, eine GmbH, aber auch ein virtuelles Zentrum in der Zukunft als rechtliche Organisationsform denkbar.
- Bei der Vereinslösung sind Träger des Zentrums die Praxispartner.
- Bei der virtuellen Lösung sind es bisher die Professoren der beteiligten Lehrstühle, die als Direktoren dem Zentrum voranstehen.
- Ein Sekretariat, das als feste Zugangsadresse für Dritte fungiert, sowie ein Geschäftsführer/führerin, der/die das Netzwerk nach außen „sichtbar“ macht und die Aufgaben abwickelt, sind beim geschäftsührenden Direktor angesiedelt.
- Im Jahresturnus übernimmt jeweils ein Mitglied die Aufgabe des geschäftsführenden Direktors. Ihm obliegt es, die satzungsgemäßen Aufgaben voranzutreiben.
- Es gibt einen Beirat assoziierter Wissenschaftler und Praxispartner, der von einem Präsidium geleitet wird.
Ziele des NetzwerksZiel des Netzwerks ist es:
- die regionalen Angebote an wissenschaftlichen und praxisorientierten Leistungen nach außen bekannter zu machen,
- die hohe Leistungsfähigkeit der Forschung im Freistaat zu dokumentieren und einen Beitrag zur noch stärkeren Imageverbesserung der Neuen Bundesländer zu bringen,
- einen Beitrag zu leisten, hochkarätige Leistungsträger für Sachsen zu interessieren,
- Forschung und Lehre universitätsübergreifend zu vernetzen sowie die Forschung stärker als bisher mit praktischen Problemstellungen zu verzahnen, um durch Output hochklassiger praxisrelevanter Lösungen einen Beitrag zur Leistungssteigerung der sächsischen Wirtschaft zu erreichen,
- über Veranstaltungen international bekannte Forscher nach Sachsen zu holen, um die Qualität von Forschung und Lehre positiv zu beeinflussen,
- kombinierte Studiengänge und vielfältige spezialisierte Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten, die mit ihren Auswahlmöglichkeiten in ihrer Breite und Tiefe in Deutschland einzigartig sind und im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe liegen (i.e. geplanter universitätsübergreifender Master of Finance),
- die „Sichtbarkeit“ finanzwirtschaftlicher Forshung zu erhöhen und auf Basis eines hohen Bekanntheitsgrades in Sachsen als erste Anlaufstelle für vielfältige Fragestellungen zu dienen, bevor Institutionen außerhalb Sachsens kontaktiert werden.
Mission und Selbstverständnis
Das Netzwerk ist eine unabhängige Forschungseinrichtung mit einer internationalen Ausrichtung.
- Es steuert die Forschung in den verschiedenen Themenfeldern.
- Es dient als Forum für den Dialog zwischen der akademischen Welt, Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft, normsetzenden Institutionen und der Financial Community.
- Es kooperiert mit anderen Finanz-Research-Institutionen und ist ein aktiver Partner in Forschungsnetzwerken.
- Das Netzwerk definiert Forschungsschwerpunkte, die jeweils von einem Direktor geleitet werden.
- Forschungsergebnisse sollten auf Konferenzen bekannt gemacht und/oder in wissenschaftlichen Journals und/oder in praxisorientierten Journals publiziert werden.
- Das Netzwerk versteht sich als aktiver Partner von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik und unterstützt diese durch Förderung der Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse (durch Wahl entsprechender Forschungsthemen, Organisation von Workshops, Seminaren und Konferenzen).
Aufgaben der/s Geschäftsführerin/s
Die wesentlichen Aufgaben der Geschäftsführung bestehen darin,
- das Zentrum bzw. dessen Leistungen nach außen sichtbar zu machen (Newsletter, Presseveröffentlichungen ...)
- bestehende Kontakte zu pflegen und auszubauen (persönliche Kontakte, „In Erinnerung bringen“)
- aktiv neue Kontakte zu knüpfen (Akquisition)
- die von den angeschlossenen Lehrstühlen angeregten Veranstaltungen organisatorisch durchzuführen
Wesentliche Aufgabe des geschäftsführenden Direktors besteht darin,
- das Institut nach außen zu repräsentieren und mit Initiativen voranzubringen.
Wesentliche Aufgabe der Direktoren besteht darin
- eigene Forschungsergebnisse der Geschäftsführung zur Kenntnis zu bringen, damit dieses mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen kann.
- dem Zentrum inhaltlich neue Impulse zu geben.
Leistungen
- Das Kompetenzzentrum für Finanzwirtschaft erstellt in regelmäßigen Abständen Newsletter, in denen über Forschungstätigkeiten und Projektarbeiten der angeschlossenen Institutionen berichtet wird. Der Newsletter ist ein Kommunikationsinstrument, welches das Forschungsprofil des Kompetenzzentrums aufzeigt und Adressaten anregt, ihre Probleme an das Forschungszentrum heranzutragen. Auf diese Weise soll das Netzwerk in Gang gesetzt werden. Es ist eine Diskussionsplattform, die Kontakte zwischen Wissenschaftlern und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis fördert.
- Das Netzwerk ist bemüht, einmal im Jahr eine Tagung oder einen Workshop zu allgemeinen aktuellen finanzwirtschaftlichen oder zu spezialisierten Fragestellungen auszurichten. Wissenschaftlern und Praktikern wird die Möglichkeit geboten, aktuelle Probleme aufzuzeigen und Lösungen – soweit erforscht oder erprobt – vorzustellen. Die Tagung ruft die Existenz des Netzwerks in Erinnerung. Sie aktualisiert und vertieft die Kontakte im Netzwerk. Ein Tagungsband dokumentiert Ergebnisse.
- Mit Blick in die Zukunft ist die Koordination eines umfassenden und gemeinsamen Master of Finance aller beteiligten Hochschulen ein weiteres Ziel des Kompetenzzentrums für Finanzwirtschaft.
- Ein richtungsweisendes Projekt weit über die Grenzen Sachsens hinweg könnte die Förderung der institutionellen Finanzmarktforschung in Deutschland sein. In diesem Rahmen wäre ein Plattform für Fragestellungen anzubieten, die bei der zunehmenden Mathematisierung der finanzwirtschaftlichen Wissenschaft derzeit mehr und mehr unbearbeitet bleiben. Finanzwirtschaftliche Lehrstühle werden zunehmend nicht mehr mit Ökonomen, sondern mit Mathematikern belegt. Forschung vollzieht sich verstärkt auf mathematischer oder statistisch-empirischer Grundlage. Wissenschaftliche Tagungen konzentrieren sich stark auf derartige Arbeiten. Dieses Verhalten ist so einheitlich, dass Arbeiten neuerdings auf mehreren Tagungen gleichzeitig angemeldet, angenommen und vorgetragen werden. Währenddessen finden anders fundierte Arbeiten immer weniger Plattformen, um sie vorzustellen und zu diskutieren. Die Konsequenzen sind nachlassende Forschungsaktivitäten auf vielen grundsätzlich wichtigen Feldern der Finanzwirtschaft. Gerade bei solchen Fragestellungen stößt man auf Kontakt mit der Praxis.
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